Vater. Mutter. Kind.




Vater. Mutter. Kind. Haben wir doch alle gespielt. Meistens fehlte der Vater. „Der ist halt gestorben!“, hieß es dann. Aber es gab ihn. Niemand von uns Kindern wäre auf die Idee gekommen, das nicht zu erwähnen.


Vater. Mutter. Kind. Ein Kinderspiel!

Vater. Mutter. Kind. Das spielen Kinder wohl zu allen Zeiten und in allen Kulturen. Und wenn heute beim Spielen einer fehlt? Dann heißt es vielleicht „ Der hat sich halt getrennt!“

Meistens fehlt der Vater. Aber es gibt ihn. Und er gehört eigentlich dazu.

 

Was auch immer wir als Kinder an Dramen, Liebesgeschichten oder Tragödien in unseren Familien erlebt haben, wir kennen wohl zumindest die Sehnsucht, sowohl mit unserer Mutter als auch mit unserem Vater verbunden zu sein. Warum das so ist, können andere erklären. Vielleicht meint diese Sehnsucht ja gar nicht die Person „Mutter“ oder „Vater“, sondern viel mehr die Sehnsucht, mit dem Anfang des eigenen Lebens verbunden bleiben zu können.

„Und wie fing alles an?“, fragen Kinder immer wieder. Um was sollen sich Eltern denn noch alles kümmern! Keine Ahnung, wie die Welt entstanden ist! Manche Fragen können doch wirklich auch einfach offen bleiben, oder?!

 

„Und wie fing alles an?“ fragen Kinder an ihrem Geburtstag unbefangen und meinen natürlich ihr eigenes Leben. Dazu gehört auch ihre individuelle Schöpfungsgeschichte, durch sie in die Welt kamen. Manche Fragen können getrost offen bleiben. Aber nicht die Kinderfrage nach dem Anfang des ganz eigenen Lebens.

 

„Stimmt`s Lisa? Wir haben keinen Papa. “, sagte die Mutter zu ihrer Tochter in der Vorstellungsrunde beim Alleinerziehenden-Treffpunkt. Wie kommen Väter oder Mütter nur dazu? 

Vielleicht erzählen Väter und Mütter ihren Kindern oft nur die Geschichten vom bitteren Ende. Alles hat ein Ende. Auch Beziehungen. Das weiß heute jedes Kind. Wenn schon 6 von 10 Kindern das Ende der Paarbeziehung ihrer Eltern erleben, noch bevor die Schulzeit geendet hat, brauchen Kinder die Gewissheit, dass alles auch einen Anfang hat. Vater und Mutter sind und bleiben die einzigen Zeugen dieses Anfangs.

 

Besser nicht darüber reden?

Irgendwie der Wahrheit ausweichen, dass alles ganz anders gekommen ist als es anfangs erträumt war in den paradiesischen Anfängen der Paarbeziehung? Es bleibt einfach eine Zumutung, sich ausgerechnet nach einer Trennung vor dem Kind zu einer Einheit von Mutter und Vater bekennen zu sollen, auch wenn die Eltern längst kein Liebespaar mehr sind oder nie eines waren. 

Auch, wenn es noch so schwer fällt. Bekennen wir uns den Kindern zuliebe zum Anfang! Auch, wenn die Paarbeziehung längst sein Ende gefunden hat und Mutter und Vater mehr oder weniger „glücklich geschieden“ sind. Dem Kind zuliebe müssen wir uns als Vater und Mutter trotz unserer Trennungsgeschichte dieser schmerzvollen Kinderfrage stellen. Wer soll ihm sonst davon erzählen? Die Kinder haben ein Recht auf ihre ganz eigene kleine Schöpfungsgeschichte. Denn Kinder wollen sich nicht mit dem Ende der Paarbeziehung seiner Eltern, sondern mit dem Anfang des eigenen Lebens verbinden können. 

Das Kind wird sonst kaum glauben können, dass es gut ist, da zu sein. Unsere Kinder sind zuerst nicht "Trennungskinder", sondern Menschenkinder, mit denen etwas Neues begann. Als getrennt lebende Mütter oder Väter haben wir nicht das Recht, ihnen diesen Anker des eigenen Anfangs vorzuenthalten.

Vater. Mutter. Eine echte Zumutung!

Vielleicht ist ja über Vater oder Mutter wirklich nichts Gutes zu sagen. Kinderohren bekommen auch so etwas zu hören. „Der kann sich verpissen. Den brauchen wir eh nicht! Wir kommen alleine klar!“. - 6 von 10 Kindern erleben im Alltag ihren Vater nicht, weil Mutter und Vater sich als Paar getrennt haben. Manchmal gibt es einen Stiefvater. Oft lebt das Kind alleine mit der allein erziehenden Mutter. Es gibt wohl zumindest in den eigenen vier Wänden oft eine „vaterlose Gesellschaft“. Aber es gibt kein vaterloses Kind. Und Kinder brauchen eine Gesellschaft, die Väter wertschätzt. Auch, wenn sie weit weg sind.

Vater. Mutter. Kind. Ein Kompliment geht immer noch.

Und wenn tatsächlich nichts Besseres über den Vater oder die Mutter eines Kindes zu sagen ist und man ihm zu nichts und gar nichts Dank schuldet, dann bleibt doch eines:

„Dein Vater und ich. Wir haben das Leben an Dich weiter gegeben.

Wie gut, dass Du da bist!“

 

Jeder auf seine Weise. Vielleicht nehmen wir uns mal wieder Zeit dafür.


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Zaubern können wir auch nicht. Aber vieles ermöglichen! 

 

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Was macht Flechtwerk 2+1 eigentlich? Wir vermitteln Vätern und Müttern nach der Trennung oder Scheidung kostenfreie Übernachtungsplätze am Wohnort ihres Kindes. Und wir kümmern uns am Wochenende um ein "Kinderzimmer auf Zeit".

 

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