Ein Kinderwunsch wird wahr

In 2008 brachte uns der neunjährige Sven auf die Idee, Mein Papa kommt ins Leben zu rufen. Sein Vater schlief seit der Trennung im Auto, wenn er am Umgangswochenende von weither anreiste. Die Kosten für das Hotel konnte er sich nicht leisten. Aus der gemeinnützigen Initiative ist inzwischen ein starkes bundesweites Netzwerk an Eltern und Gastgebern entstanden.

 

Wie alles begann und was aus der Idee von damals geworden ist, darüber erzählen Annette Habert und Jobst Münderlein, die Gründer der Flechtwerk 2+1 gemeinnützigen GmbH.

Die Statistik zeigt, dass ein hoher Anteil Kinder mit getrennten Eltern aufwächst. Was bedeutet dies für die Kinder?
Jobst: Die Qualität der elterlichen Bindung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und letztendlich auf das komplette Erwachsenenleben. Kinder müssen es ertragen, wenn Eltern zusammenbleiben und sich aus dysfunktionalen Beziehungen nicht lösen können. Und Kinder leiden ebenso, wenn Eltern sich trennen. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass sich eine Trennung nicht zwingend negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken muss. Auch Patchworkfamilien oder Familien mit zwei Elternhäusern können dem Kind Geborgenheit und Sicherheit geben. Vorausgesetzt die Eltern legen ihre Konflikte bei und kooperieren auf der Elternebene.
Für wie viele Eltern kann euer Angebot eine echte Hilfe sein?
Die Not eines Neunjährigen war Anstoß zur Gründung eures mehrfach prämierten, innovativen Angebotes für Kinder mit zwei Elternhäusern. Was hat dich persönlich am meisten dabei überrascht?
Ihr nennt euch Flechtwerk 2+1. Was hat es mit den Zahlen auf sich?
Was sind die größten Probleme der Mütter und Väter, die sich bei euch melden?
Ihr habt den Begriff "Kinder mit zwei Elternhäusern" etabliert. Was ist der Gedanke dahinter und warum legt ihr besonderen Wert darauf?
Was sind eure ehrenamtliche Gastgeber eigentlich für Leute?
Es muss ja nicht unbedingt gleich ein teures Hotel sein. Schließlich gibt es dank Internet viele preisgünstige Alternativen. Was macht eine Unterkunft bei privaten Gastgebern so einzigartig?
Was ist das Kinderzimmer auf Zeit?
Und was sagen die Eltern und Kinder dazu, wenn am Wochenende eine fremde Familie einen Raum ihres Kindergartens nutzt?
Gibt es typische Problematiken in Familien mit multilokalem Familien-Setting?
Wo kommen Eltern, die sich trennen, an ihre Grenzen?
Welches Umgangsmodell ist das beste? Wie positioniert sich Flechtwerk 2+1 in der Diskussion um die Doppelresidenz?
Als Mitglied in bundespolitischen Dachverbänden setzt sich euer Sozialunternehmen für strukturelle und legislative Veränderungen ein. Welche Impulse möchtet ihr für die Zukunft setzen?
Was ist für euch der größte Schatz in eurer Arbeit?

Getrennte Wege fordern gemeinschaftliche Lösungen