Ein Kinderwunsch wird wahr

Seit über zehn Jahren, seit ein kleiner Junge sich im Jahr 2008 mit seinem Trennungsschmerz der Pädagogin Annette Habert anvertraute, setzt sich unsere Initiative dafür ein, dass Kinder mit zwei Elternhäusern auch bei weiten Entfernungen gut mit beiden Eltern verbunden bleiben können. Der Vater des neunjährigen Sven schlief tatsächlich im Auto, wenn er am Umgangswochenende von weither anreiste. Die Übernachtungskosten in einem Hotel konnte er sich nicht leisten.

 

Die Vorstellung, dass ein Kind nach dem Papa-Tag mit dem Wissen einschläft, dass sein Vater draußen auf dem Parkplatz übernachtet, hatte die Annette tief betroffen gemacht. Sie suchte in ihrem privaten Netzwerk nach einer Lösung und fand hilfsbereite Menschen, die dem Vater kostenfrei eine Übernachtung anboten. Die Initiative Mein Papa kommt war geboren. 

 

Aus der gemeinnützigen Initiative ist inzwischen ein starkes bundesweites Netzwerk an Eltern und Gastgebern entstanden. Wie alles begann und was aus der Idee von damals geworden ist, darüber erzählt Annette Habert. 

Die Statistik zeigt, dass ein hoher Anteil Kinder mit getrennten Eltern aufwächst. Was bedeutet dies für die Kinder?
Die Qualität der elterlichen Bindung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und letztendlich auf das komplette Erwachsenenleben. Kinder müssen es ertragen, wenn Eltern zusammenbleiben und sich aus dysfunktionalen Beziehungen nicht lösen können. Und Kinder leiden ebenso, wenn Eltern sich trennen. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass sich eine Trennung nicht zwingend negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken muss. Auch Patchworkfamilien oder Familien mit zwei Elternhäusern können dem Kind Geborgenheit und Sicherheit geben. Vorausgesetzt die Eltern legen ihre Konflikte bei und kooperieren auf der Elternebene.
Für wie viele Eltern kann euer Angebot eine echte Hilfe sein?
Die Not eines Neunjährigen war Anstoß zur Gründung eures mehrfach prämierten, innovativen Angebotes für Kinder mit zwei Elternhäusern. Was hat dich persönlich am meisten dabei überrascht?
Ihr nennt euch Flechtwerk 2+1. Was hat es mit den Zahlen auf sich?
Was sind die größten Probleme der Mütter und Väter, die sich bei euch melden?
Ihr habt den Begriff "Kinder mit zwei Elternhäusern" etabliert. Was ist der Gedanke dahinter und warum legt ihr besonderen Wert darauf?
Was sind eure ehrenamtliche Gastgeber eigentlich für Leute?
Es muss ja nicht unbedingt gleich ein teures Hotel sein. Schließlich gibt es dank Internet viele preisgünstige Alternativen. Was macht eine Unterkunft bei privaten Gastgebern so einzigartig?
Was ist das Kinderzimmer auf Zeit?
Und was sagen die Eltern und Kinder dazu, wenn am Wochenende eine fremde Familie einen Raum ihres Kindergartens nutzt?
Gibt es typische Problematiken in Familien mit multilokalem Familien-Setting?
Wo kommen Eltern, die sich trennen, an ihre Grenzen?
Welches Umgangsmodell ist das beste? Wie positioniert sich Flechtwerk 2+1 in der Diskussion um die Doppelresidenz?
Was ist für euch der größte Schatz in eurer Arbeit?

Getrennte Wege fordern gemeinschaftliche Lösungen